Die Stille ist das Brüllen der Löwen, wenn sie schlafen. (Bastian, 9 Jahre)
 

Gehaltene wie ungehaltene Reden und kleine Texte:

Annelie Keil
Tischrede zum Weihnachtsessen der Patienten
Am 24. Dezember 2016
Klinik Lauterbacher Mühle (Seeshaupt)

In der Liebe zum Leben mitten in der Nacht,
die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Welt nicht verloren geht

Ein kleiner Junge steht in einem festlich geschmückten Weihnachtszimmer. Der Tannenbaum glitzert, die Kerzen brennen,
Geschenke warten darauf, dass sie Freude und Überraschung auslösen. Überall  stehen bunte Weihnachtsteller mit Nüssen, Apfelsinen und selbst gebackenen Keksen. Im Schaukelstuhl hört der betagte Großvater die alten Weihnachtslieder, die er trotz aller Vergesslichkeit immer noch erinnert. Zusammen mit seinem Enkel wartet er wie jedes Jahr geduldig auf die Bescherung.

Der kleine Junge blickt verträumt und gedankenverloren aus dem Fenster und sieht plötzlich völlig unerwartet  im Vorgarten des Hauses ein etwa gleichaltriges ihm unbekanntes Mädchen stehen, das etwas verloren und traurig vor sich hinschaut und sich offensichtlich fremd fühlt, während sie mit dem Fuß eine Spur in den Schnee malt. Ohne zu zögern schnappt sich  der Junge den ersten besten großen Keks von einem der bunten Teller, rennt aus der Tür auf das kleine Mädchen zu und schenkt ihr zur ihrer Überraschung freudestrahlend diesen Keks. Dann nimmt er die kleine Fremde wie eine Freundin selbstverständlich und fest bei der Hand und zieht sie behutsam mit ins Haus. Staunend und mit großen Augen steht die Kleine in dem hell erleuchteten Weihnachtszimmer einer ihr fremden Familie und kann- überwältigt von all dem Glanz-gar nicht fassen, was es da alles zu bewundern gibt. Was ist denn hier los? Auf welchen Stern  bin ich gelandet, fragt sie sich!  Und dann entdeckt sie an der Wand eine geheimnisvolle Botschaft, die in großen bunten Buchstaben verkündet: Frohe Weihnachten! Ist das des Rätsels Lösung?  Neugierig fragt das fremde Mädchen, das von irgendwo her zu uns gekommen ist,  ihren kleinen neuen Freund: Was ist Weihnachten?  Erstaunt denkt der kleine Junge nach  und zögert  einen Augenblick mit der Antwort! Dann aber geht in ihm ein Licht auf  und  mit einem wissenden Lächeln geht der auf das fremde Mädchen zu, nimmt sie liebevoll in die Arme und erklärt ganz einfach mitten in der Umarmung: Das ist Weihnachten.

Jedes Mal
wenn wir in Familien, bei Freunden und Nachbarn und an vielen anderen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten und aus verschiedenen Anlässen jemanden einladen oder ähnlich dem  kleinen Mädchen einer Einladung folgen und  wie heute hier in der Klinik an gedeckten Tischen sitzen, uns von guten Geistern bekochen und bedienen  lassen, in unterschiedlichen Stimmungen, fröhlich und auch traurig zusammen essen, trinken, an frühere Weihnachten zu Hause denken, Gespräche teilen, es uns wenigstens für einige Stunden gut gehen lassen und Dankbarkeit spüren
ist Weihnachten

Jedes Mal,
wenn wir im Herzen unserer Seele fühlen und erleben können, dass das Leben durch alle Dunkelheit, Herausforderungen und Schwierigkeiten hindurch immer auch das Geschenk  der nackten Geburt ist und bleibt, über das wir uns bis zuletzt auf offene und verborgene Weise freuen dürfen und das wir als Aufgabe und Liebe zum Leben mit anderen Menschen teilen müssen und können,
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn wir einem Stern, einem Traum, einer Vision oder einem tiefen Lebenssinn , den wir in uns entdeckt haben, folgen und diese Wegweiser nicht vergessen, geht die Welt nicht verloren und der Stern über  Bethlehem wird in uns selbst geboren. Er leuchtet so gut er kann und wir es zulassen auf dem Lebensweg, den jeder einzelne Mensch lebenslang auf höchst unterschiedliche Weise immer wieder neu durch Zweifel, Krankheit, Unglück, durch Ungerechtigkeit, Zerrissenheit  und Unfrieden hindurch für sich finden muss. Glaube, Liebe und Hoffnung, Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit, Demut und Dankbarkeit sind die Hirten und Hüter unsers Lebens. Geduldig und hartnäckig hoffen und pochen sie  auf unsere eigene Wahrheit, unseren Mut und unsere verbleibende Kraft, dass das Menschenkind in uns geboren werde, mitten in der Nacht und  an jeden Tag. Das
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn Kinder aus aller Herren und Frauen Länder vor Gewalt, Krieg Verfolgung und Hunger auch  in Deutschland Zuflucht, Zuspruch und Zuneigung finden und die Möglichkeit erhalten, eine Schule zu besuchen, neugierig auf das Leben zu bleiben, es Schritt für Schritt selbst in die Hand zu nehmen, ihre Talente zu entwickeln und zum Beispiel mit Hilfe der Kinderstiftung Lauterbacher Mühle und ihrem Projekt One world project sogar eine eigene  DVD / CD  produzieren, die wir heute als Weihnachtsgeschenk auf unserem Platz gefunden haben, dann
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn wir uns im Angesicht von Aleppo, Ankara, Paris, Kabul , Nizza und Berlin die Vision und Verwirklichung  einer anderen Welt nicht nehmen lassen, nicht auf Diskriminierung und Hass setzen, sondern immer wieder neu auf Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit nicht nur hoffen, sondern für sie eintreten und  konkret  etwas  tun. Wenn wir dieser Sehnsucht unseres Herzens wie Kinder bis ins hohe Alter  folgen und die Zweifel und Widerstände in uns selbst, bei Anderen und in der Welt zu überwinden suchen, die sich uns entgegenstellen
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn zwei oder viele Menschen einander verzeihen, nicht immer beherrschen und Recht behalten müssen, wenn wir uns  gegenseitig in Familie und Gesellschaft die Freiheit schenken, anders als erwartet sein zu dürfen, anders zu denken, zu glauben, zu fühlen und handeln zu dürfen  und dabei lernen, dennoch beieinander zu bleiben, uns gegenseitig  zu vertrauen und hin und wieder über uns selbst und den täglichen Wahnsinn zu lachen
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn wir uns mitten in der Krankheit  neben unseren Wehklagen auch dankbar über den Rest unserer Gesundheit und darüber freuen können, dass unser Körper uns so lange ausgehalten und wie ein tapferer  Lastenesel durchs Leben getragen hat, darüber staunen, dass unsere Seele trotz allem Ärger immer noch bereit ist, über sich hinauszuwachsen und die berechtigte  Angst, den nötigen Zorn und die unvermeidbare Trauer in Lebensmut und die nachhaltige Liebe zum Leben zu verwandeln, wenn wir stolz darauf sind, dass unser Geist sich bis zuletzt bereit erklärt, das Umdenken zu üben,
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn wir zutiefst erleben, dass wir alle nur Gäste auf dieser Erde sind, um zu teilen, was wir haben; wenn wir die Freude genießen, die in der Feier der menschlichen Kräfte liegt; wenn wir dem Fremden neben uns unser Ohr öffnen und die Hand reichen; wenn wir inmitten von Armut, Ungerechtigkeit, Intoleranz und Überheblichkeit auch dann noch etwas zu tun , wenn es vielleicht keinen Zweck mehr hat, aber Sinn macht, uns aber gleichzeitig über unser eignes Glück und unseren spezifischen  Reichtum freuen, den wir jetzt in diesem Augenblick genießen,
ist Weihnachten

Jedes Mal
wenn ich mich Weihnachten daran erinnere und darüber nachdenke, wer und was da alles in jener Nacht geboren wurde; wer sich da aufmachte, um zu bewundern, was damals geschah; wer später mit Bach im Weihnachtsoratorium mit Jubel frohlockte und wer schon damals Bedenken gegen all das hatte, was die Heilige Nacht als Überraschung und Herausforderung hinterließ ; wenn ich an Ochs und Esel, an verschüchterte Hirten, an die Weisen Männer aus dem Morgenland denke, die es damals offenbar noch gab, dann danke ich Dir, Schöpfer und Schöpferin, wie immer Dein Name auch sein möge, und bitte um Hilfe, dass ich nicht nur heute und hier, sondern das ganze Jahr irgendwo  Weihnachten feiern kann in der großen Versammlung der „ Menschentiere“ (vgl. Georg Maus)

  • Mit all den Meckerziegen und sturen Böcken auf dieser Erde
  • Mit all den Drachen und lahmen Enten
  • Mit Mistkäfern, Trampeltieren und Windhunden
  • Mit komischen Käuzen, Eintagsfliegen, Leithammeln und folgsamen Schafen
  • Mit verwöhnten Schoßhündchen und Pechvögeln

Maria und Joseph, Christkind und andere geben mir bitte Verständnis,

  • Für Einsiedlerkrebse und gesellige Pinguine
  • Für windige Wiesel und tapsige Bären
  • Für schlanke Giraffen und fette Suppenhühnchen
  • Für stachlige Igel und anschmiegsame Angora Kätzchen

Hilfe brauche ich beim friedlichen Zusammenleben

  • Mit den fleißigen Bienen und faulen Siebenschläfern
  • Mit hässlichen Raupen und schönen Schmetterlingen
  • Mit stolzen Pfauen und unscheinbaren Kirchenmäusen
  • Mit starken Löwen und scheuen Rehen

Es ist wirklich nicht einfach, in der Arche Noahs zusammenzuleben und es vor allem Weihnachten gemeinsam  auszuhalten, die nötige Geduld aufzubringen, Humor zu entwickeln und selbst nicht zu vergessen, dass jeder von uns für die anderen Menschen ein ziemlich seltsamer Vogel bleibt.
Wenn das ein wenig gelingt, dann ist Weihnachten

"Wer lebt wird älter"

Gedanken zu einer unausweichlichen Aufgabe die mit der Geburt beginnt
OYA - Ausgabe vom Mai/Juni 2016 - 38

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Ein Artikel von Florian Zollmann. Er ist ein kluger junger Mann, gehört zu der Enkelgeneration der Kriegsgeneration, trägt das Banner derer, die immer wieder zu Recht an die Einsicht appellieren.

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Annelie Keil
Jede Welle trägt ein Andenken.
Das Ende auf dem Meer hat keinen Ort

erschienen in:
Publik- Forum Extra Leben, Ausgabe Juni 2015. S.18-20

Pro Alter, Fachmagazin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), 2/2015

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Weihnachstbrief 2015

Frederick Frank : The human face ( Pacem in Terris)

Weihnachten

Werde, der Du sein kannst:
ein Mensch in der Ehrfurcht vor dem Leben

Jedes Mal, wenn wir unsere Lebendigkeit fühlen können und verstehen, dass sie die Kraft einer unversiegbaren Quelle ist, die dem Geschenk der nackten Geburt  den Mut und die Lust verleiht, leben zu  wollen und den geheimnisvollen biografischen Auftrag anzunehmen, ein Mensch im aufrechten Gang zu werden , ohne sicher sein zu können, dass es gelingt,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wir dem Stern folgen, der uns auf dem Weg durch die Wirren in der Welt, die Gefährdungen des Lebens und die unerträglichen Verletzungen der Menschenwürde auf den schwierigen Prozess der gemeinsamen Menschwerdung verweist und uns bei der Suche nach dem Licht einer möglichen Zukunft  Orientierung und Mut für die nötigen Entscheidungen gibt,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wir  uns im Angesicht der Geburt eines Kindes in Bethlehem, Damaskus, Bagdad, Kiew, einem Dorf im Niemandsland zwischen den Kriegen, auf der Balkanroute, im Schlauchboot auf dem Mittelmeer oder an irgendeinem Ort dieser Welt  daran erinnern,  dass Leben einen Ort braucht, Boden unter den Füßen, ein Dach über dem Kopf, eine wärmende Decke, ein Stück Brot , Wasser, eine menschliche Hand, Berührung und Zuwendung  , um sich mit uns zusammen auf den eigenen  und den gemeinsamen Weg machen zu können,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wir an eine Welt ohne Krieg, Terror , Gewalt und ohne so viel sinnlose Zerstörung der Natur und unserer  Lebensgrundlagen glauben und daraus selbst Konsequenzen ziehen, wenn wir der Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und der Enteignung der menschlichen Kräfte entgegentreten, aus unserer Bequemlichkeit aufstehen und auf die wirklichen Hirten achten, die trotz allem ihre Arbeit tun und die Ehrfurcht vor dem Leben praktisch werden lassen
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wirbereit sind, den tiefsten Punkt unseres eigenen  Leids zu berühren, wenn wir die Abschiede und den Wandel des Lebens mit den darin verborgenen Veränderungen akzeptieren, ohne jemanden dafür zu beschuldigen und Mitgefühl für die entwickeln, die uns fremd waren und deren Leiden an uns vorübergegangen sind, wenn wir den Vertreibungen aller Art entgegentreten
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wir zutiefst erleben, dass wir in Berührung mit dem Leben und unserer Lebendigkeit sind, berühren und berührt werden können; dass wir teilen und die Freude genießen dürfen, unter Menschen zu sein, die die menschlichen Kräfte zu feiern wissen; wenn wir stolz darauf sind, dass wir Neues gewagt und Altes beibehalten haben, das uns wichtig war; wenn Könige, Weise, Hirten , der unbegleitete junge Flüchtling aus Afrika und die Familie aus Syrien als Mit-Menschen zu Nachbarn werden und zusammen erkennen, dass Frieden klein anfängt,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn Menschen einander verzeihen und sich gegenseitig die Freiheit schenken, anders sein zu dürfen und trotzdem lernen können, einander zu vertrauen; wenn Menschen einander anerkennen und sich selbst nicht ausschließen; wenn ein Anderer besser sein kann, ohne Neid zu erzeugen oder schlechter sein darf, ohne verachtet zu werden,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn ein Mensch es schafft, ehrlich und achtsam mit sich , mit anderen Menschen und der Welt umzugehen, ohne sich dabei dumm vorzukommen, mehr zu verschenken als er hat und sich beschenken lässt, ohne daran zu denken, was er dafür zurückgeben muss,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wir inmitten von Angst und Ungerechtigkeit, etwas tun, was keinen Zweck hat, aber Sinn macht; wenn wir den notwendigen Wandel in der Krise einer Krankheit, im Abschied von einem lieben Menschen, in der Begegnung mit dem Unvorhersehbaren akzeptieren und in unser Leben integrieren; wenn wir dem Fremden neben uns oder an den Grenzen unseres Landes, ein Ohr schenken , wenn wir  einem Flüchtling , die Hand auch da geben, wo wir nicht mehr aufnehmen, sondern uns verabschieden,
ist Weihnachten

Jedes Mal, wenn wir einem Menschen unsere Liebe zeigen, wenn wir im täglichen Umgang mit dem Leben die Ehrfurcht vor dem Leben praktizieren und uns neu in das Leben verlieben, das um uns herum lebt und auf unsere Aufmerksamkeit wartet,
ist Weihnachten

Nichts von dem, was wir Menschen zum Leben brauchen, ist einfach da. Es muss immer wieder neu, in jedem von uns und auf die je eigene menschliche Weise  subjektiv individuell und gemeinsam geboren, entwickelt, erfunden, kreativ gestaltet , ausgehalten und gelebt  werden!

Weihnachten ist, wenn die Kräfte lebendig werden, die wir im Augenblick der Geburt als Auftrag, Möglichkeit und Entscheidungshilfe mit auf den Weg bekommen haben: ein Sack voller Gaben unter dem Baum des Lebens

  • Glaube
  • Liebe
  • Hoffnung
  • Mitgefühl
  • Barmherzigkeit
  • Geduld und Dankbarkeit
  • Gerechtigkeit
  • Geschwisterlichkeit
  • Frieden auf Erden

In diesem Sinne: frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr, ;um weiter zu üben:
Werde , der Du sein kannst! Ein Mensch in der Ehrfurcht vor dem Leben

Öffentliche Versammlung zum Internationalen Frauentag 7. März 2014
„Quirl“ und „Frauen in Arbeit und Wirtschaft“ Bremen
Lebensleistungen von Frauen- Wahrnehmen und anerkennen, Wertschätzung

„Ohne meine Hüte kann ich nicht leben!“
Die Wertschätzung der Arbeitsleistung, die wir Leben nennen.

hier lesen....

Annelie Keil  hält  in der Reihe " Harpstedter Kanzel"
die Predigt im Rahmen des 10 Uhr Gottesdienstes, der die
Diakoniewoche eröffnet und vom "Hospiz Samtgemeinde Harpstedt"
mitgestaltet wird. Das Thema lautet:

Jeder Abschied gibt Raum für eine Ankunft.
Zwischen Himmel und Erde den aufrechten Gang üben


Hier zum Redetext...

Von einem auf den anderen Augenblick kann Leben uns verlassen. Von Begleitern eines  schwer kranken und sterbenden Menschen werden wir zu "Hinterbliebenen", als Ehefrau, als Sohn, als Kollege oder Freund. Die, die zurückbleiben, versuchen sich an die Hand zu nehmen und den Schmerz zu teilen. In diesem tiefen Sinn sind Leben, Sterben und Tod  in jedem Augenblick "aktuell".
Und wir versuchen Worte zu finden, wenn ein Freund geht...

Für Ludwig Voegelin (klick...)

 

Diese Rede habe ich anlässlich der Beerdigung eines
jungen Menschen gehalten, der seinem Leben ein Ende
setzte, weil er trotz seines Bemühens und liebender Hilfe das Vertrauen verlor, dass er sein Leben aus eigener Kraft  würde schaffen können.
Sein Tod mahnt uns an die menschliche Zerbrechlichkeit und auch an die Ohnmacht, in die wir als Eltern, Lehrer, Ärzte, Freunde oder Nachbarn geraten, wenn wir nicht verstehen und helfen können,
aber dennoch nicht aufgeben dürfen, es immer wieder zu versuchen.

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Prof. Dr. Dieter Dietrich (Chemiker) rezenziert mein Buch und es fühlt sich wie eine Rede an, die mitten in das Herz der Autorin gelangt und tiefe Freude erzeugt.

Annelie Keil

(Das Gespräch aus der Ferne Heft, Nr. 399)

Ein Universum konkreten Lebens

Über die Wechselwirkung zwischen Biografie und Krankheitsursachen

Eine empathische Buchbesprechun von Dieter Dietrich

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Prof. Dr. Annelie Keil (Bremen)
Beitrag zum
Kulturgottesdienst
in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen
am 20.5.2012 – 18 Uhr
mit Pastor Achim Kunze, Annelie Keil, Henning Scherf
und der Bremer Kantorei St. Stephani/ Chor Tim Günther

Anlass:
Eine Wanderausstellung der Stiftung Diakonie in
Hessen und Nassau und des Projekts DiaDem
Hilfe für demenzkranke Menschen u. ihre Angehörigen
in der Kulturkirche

„ Kunst trotz (t) Demenz

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Prof. Dr. Annelie Keil (Bremen)
Vortrag zur Tagung
Bremer LinDe/ Senatorin f. Gesundheit
 
Wohin denn nur…?
Integration von Demenzkranken
im Akutkrankenhaus
Klinikum Bremen-Ost, 6.10.2011

 

Über Hetze, Minutentakte, Leerläufe und den heilenden Sinn
der Langsamkeit im Denken, Fühlen und Handeln

Wohin denn nur? ist die Frage aller Fragen. Sie bewegt den Menschen vom Augenblick der Zeugung an bis zum letzten Atemzug, der seinerseits den Weg in eine noch unbekanntere Welt ankündigt. „ Wer dem Tod ins Auge sieht, muss die alte Botschaft wieder lernen, dass der Tod ein Geheimnis ist, auf das wir uns in dem gleichen Geist der Demut vorbereiten müssen, wie wir einst gelernt haben, uns auf das Leben vorzubereiten.“ ( Joseph L. Henderson) Und:  Ich stelle mir Demenz in der mittleren Phase, in der sich mein Vater momentan befindet, ungefähr so vor: Als wäre man aus dem Schlaf gerissen, man weiß nicht, wo man ist,“ schreibt Arno Geiger in seinem empathischen  Buch „ Der alte König in seinem Exil“ ( München 2011)  über den Weg seines Vaters in die Demenz. Und der erkrankte Vater August sagt geradezu entwaffnend zu diesem Problem: Wenn Du wüsstest. Ständig muss ich Sachen zusammenwinkeln. Aber ich will bald damit aufhören…und auch: Das Leben ist ohne Probleme auch nicht leichter.“  Wenn das keine Weisheit ist, die wir alle lernen müssten!

Leben ist ein Weg durch die Fremde und nur indem wir leben, lernen wir uns, das Leben und unsere  immer wieder unbekannte Zukunft kennen, die sich im Kontext von Aufbrüchen, Einbrüchen und Zusammenbrüchen, auf jeden Fall immer in Übergängen, Zwischen- und Spielräumen, zwischen Geplantem und Überraschenden konstituiert. Nichts ist oder bleibt gewiss. Viel Zufall, relative Unvorhersagbarkeit, begrenzte Planbarkeit und vor allem Überraschung sind die Grundprinzipien des Lebendigen und damit auch die zentrale Herausforderung menschlicher Entwicklung. Der kleine Mensch macht sich ungefragt bereits im Augenblick seiner Zeugung lernend auf den Weg in die unbekannte Zukunft auf, die Leben heißt. Dem Anfang der Menschwerdung wohnt wirklich  ein Zauber inne, aber diese anstoßende Energie  muss bis zum Ende unseres Lebens und vor allem als Lebensflamme auch dann brennen, Funken sprühen oder wenigstens glimmen, wenn wir die Überraschungen und Krisen, die Leben uns beschert weiß Gott  nicht mehr nur schön, sondern auch vor allem „böse“ nennen.

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25 Jahre NRZ Friedehorst- Neurologisches Rehabilitationszentrum für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.
Jubiläumsfeier am 5. Juni 2010

Festvortrag:

Leben ist Auftrag, Wandel und Herausforderung
in jedem Augenblick
In der Not müssen wir ihm auf die Sprünge helfen

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Unterwegs im Leben - Pausenlos und voller Pausen

Pausenbrote, Pausenzeichen, Pausenhof, Atempause, Mittagspause, Bewegungspause, Wachstumspause, Pausenkiller, Zwischenpause, Ruhepause, Verhandlungspause, Theaterpause, Blaupause, Lichtpause, Sendepause, Pausenregelung, Arbeitspause, Menopause, kardiale Pausen, Tropopause, Stratopause, Mesopause, Sommerpause, Winterpause, Sprechpause, Babypause, Beziehungspause…

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Prof. Dr. Annelie Keil
Forum Kirche  „Unsere Lieben Frauen“
Reihe „ Passion: Leidenschaft und Leiden“
Vortrag am 28. April 2010, 20 Uhr
Musik: Stefan Rapp / Slavic Stakhov (Kammerphilharmonie)

Müssen, Sollen, Wollen, Können, Dürfen
Leben als Arbeitsauftrag zwischen Leidenschaft und Leiden

Leidenschaft…
Oriah Mountain Dreamer, indianischer Stammesältester

Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.
Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,
um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen
und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leids
berührt hast,
ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat,
oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor
weiterer Qual.
Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz dasitzen kannst,
ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu
beseitigen.
Ich will wissen, ob du mit Freude dasitzen kannst, ob du mit Wildheit tanzen und dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst,
von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,
ohne dich zur Vorsicht zu gemahnen, zur Vernunft
und ohne die Grenzen des Menschseins zu bedenken.


Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr
ist.
Ich will wissen, ob du jemand enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu sein.
Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.
Ich will wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher
vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern leben kannst
und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst
und zu dem Silber des Mondes rufst: "Ja!"

Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers stehen wirst
und nicht zurückschreckst.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.
Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

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