Auszeichnung

Soziales Engagement in Person

Annelie Keil bekommt die Senatsmedaille für Wissenschaft und Kunst verliehen. Damit wird ihr vielfältiges Engagement für soziale und Gesundheitsthemen an und außerhalb der Uni Bremen gewürdigt.

Mit der Senatsmedaille für Wissenschaft und Kunst wird Annelie Keil ausgezeichnet. Ihr Engagement ist vielfältig, viele Jahre lehrte sie an der Uni Bremen, zu deren Gründerinnen sie gehörte. (kathrin doepner)

Artikel Weser Kurier 17.5.2019

Annelie Keil
Festvortrag zum Senatsempfang der Pflegekräfte im Bremer Rathaus am 8. Mai 2019

Interview mit Annelie Keil  im " Alsterdorf- Magazin"  (1/2019) aus Hamburg mit dem Schwerpunkt

" Wir müssen den Abschied leben lernen"

Annelie Keil  mit ihrer Kolumne "Quergedacht " in Zeitlos", einer  Zeitung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Langen (Hessen)
" Vom Zahn der Zeit im Älterwerden. Alles braucht seine Zeit"

hier lesen......

Professorin Annelie Keil mit der Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft  der Freien Hansestadt Bremen geehrt!

Mit der Senatsmedaille der Freien Hansestadt Bremen würdigt der Bremer Senat die Verdienste von Annelie Keil um die Sozial- und Gesundheitswissenschaften für die Universität und das Land Bremen.

Annelie Keil war eine der ersten Professorinnen der Universität Bremen und dort über 30 Jahre in den Arbeitsbereichen Sozialarbeitswissenschaft, Gesundheitswissenschaften und Krankenforschung, angewandte Biografie- und Lebensweltforschung tätig. Über ihre anhaltenden universitären Aktivitäten hinaus ist sie vielfach sozial engagiert, unter anderem in der Hospizbewegung. Ihre Ehrung wurde am 1. März 2019 vom Senat der Freien Hansestadt Bremen beschlossen. „Mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit und Expertise hat sich Annelie Keil weit über die Grenzen Bremens hinaus eine hohe Anerkennung als ebenso kompetente wie hochengagierte Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin erworben“, begründete Bürgermeister Dr. Carsten Sieling die Auszeichnung.

Dank und Anerkennung für Prof. Dr. Annelie Keil

Dank und Anerkennung für ihre erfolgreiche Arbeit beim Aufbau und der Etablierung der Pflege- und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen sprach Prof. Dr. Stefan Görres, Dekan des FB 11, Human- und Gesundheitswissenschaften, der Wissenschaftlerin und ehemaligen Dekanin des Fachbereichs, Prof. Dr. Annelie Keil, aus.
Die 80jährige Wissenschaftlerin gehört zu der ersten Generation von Lehrenden der Universität. Sie war von 1971 bis 2004 als Professorin für Sozial- und Gesundheitswissenschaften tätig. Der Zusammenhang zwischen seelischer und körperlicher Krankheit ist das wichtigste Forschungsgebiet der Gesundheitswissenschaftlerin. Mit zahlreichen Vorträgen, Büchern, Auftritten in Funk und Fernsehen und ihrem überaus hohen Engagement für vulnerable Gruppen in der Gesellschaft hat sie sich bundesweit einen hoch anerkannten Ruf erworben.
2004 wurde Prof. Annelie Keil mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Für ihr herausragendes Engagement im Bereich gesundheitlicher Chancengleichheit wurde sie 2018 mit dem Carola Gold-Preis geehrt. In den letzten Jahren war sie maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung des Weiterbildungsstudiengangs Palliativ Care beteiligt, den die Akademie für Weiterbildung der Universität Bremen in Kooperation mit dem FB 11 und dem IPP anbietet. Annelie Keil ist Angehörige des Instituts für Public Health und Pflegeforschung (IPP), dessen Vorgänger, das Zentrum für Public Health (ZPH) sie ebenfalls mit gegründet und geleitet hat.

Jahreswechsel- 2018/2019

Alle Jahre wieder,
wenn das eine geht und das andere kommt,
spielt der „Glücksfall Leben“
eine neue Jahreskarte aus.
„Happy New Year“, „Frohes neues Jahr“, „Viel Glück“
„Hauptsache gesund“, „  nach vorne schauen“
Ein Feuerwerk von Prognosen und Wünschen
geht in die Luft und verglüht-
bevor die Sehnsucht
nach Veränderung wie Beständigkeit
im Wechsel der Jahre
den Boden erreicht.
Vieles soll bleiben wie es war.
Manches soll sich endlich  verändern
kommt als Abmahnung erneut auf die Tagesordnung.
Anderes ist verstummt,
in endlose Warteschlangen geraten
unter die Räder der Resignation u. Enttäuschung geraten.
Das Gefühl „zu spät“
bricht den Dialog mit dem Leben ab.
Von Lebenslust  ist kaum  die Rede
Wer leben will, muss älter werden.
Mehr geht nicht!
Aber auch nicht weniger!
Stunde um Stunde, Tag um Tag, Jahr um Jahr
ringen wir um das, was möglich
oder  wider besseres Wissen auch um das,
was vergeblich ist.
„Geht nicht“ wird zur Mauer vor jeder Entscheidung.
Anpassung und Widerstand, Abhängigkeit und Freiheit
Erleiden und Entscheiden
ringen um einen Platz in unserem Leben.
Widersprüche und Ambivalenzen
sind das tägliche Brot des Lebens.
Sie durchstreifen das Gestern, Heute  und das Morgen,
hinterlassen Spuren.

Lebensbilanzen und Abrechnungen,
Jahresabschlüsse zum Jahreswechsel,
immer wieder der Versuch,
zu berechnen, was unberechenbar bleibt.
Was war? Was ist? Was wird sein?
Was hat sich gelohnt, woran ist das letzte Jahr gescheitert?
Was schulden wir uns und was denen, die wir lieben?
Wer kennt den Preis für ein selbstbestimmtes Leben?
Was können wir heute tun, damit es sich morgen erfüllt.
Was heute lassen, damit unser Leben zur Ruhe kommt?
Wofür sind wir dankbar in diesem Jahr? Was hat wehgetan?
Zu was haben wir nein gesagt? Welches Ja hat uns angetrieben?
Was denken erste Gedanken am Morgen?
Was die letzten üblicherweise  am Abend?
Was beutet das Gefühl, richtig oder falsch zu liegen?
Hatten unsere Tränen und unser Lachen freien Lauf?
Was wir können, wollen wir nicht.
Was wir nicht können, müssen wir vielleicht
 Was wir müssen und  sollen, wollen wir vielleicht nicht
Was darf man dürfen, wenn man alt ist
und was nicht mehr, wenn man dement geworden ist ?
Persönliche Freiheit oder Sicherheit- normal oder auffällig,
das ist zunehmend  die Frage,
wenn alte Menschen anders  betreut werden
als sie sich das wünschen.
Das Müssen, Sollen, Können, Wollen und Dürfen
-so der psychosomatische Arzt Viktor von Weizsäcker-
begleiten als Leitlinien  unseren Lebensprozess
durch alle Lebensphasen hindurch,
färben ihn ein,
zeigen uns Qualitäten  und  Ordnungsmuster,
strukturieren Leidenschaft und Leiden
Muss, soll, kann, will oder darf  ich lieben?
Muss, soll, kann, will oder darf  ich arbeiten?
Muss, soll, kann, will oder darf  ich Widerstand leisten?
Wie war es im letzten Jahr? Wie wird es im nächsten Jahr?
Muss ich wirklich müssen, was ich angeblich muss?
Wie alt will ich werden, wenn ich kann?
Darf ich sterben, wenn es Zeit ist und wie?
„ Den Seinen gibt`s der Herr im Schlaf“
 Psalm 127 könnte Trost und Hoffnung
im Meer der Aufgaben
zwischen Erleiden und Entscheiden sein.
Aber was ist mit den Anderen? Was hoffen die?

Alle altern! Immer.! Von Geburt an und bis in den Tod.
 Jeder Mensch anders.
Der Weg im Wachsen hört nie auf.
Das Leben stellt die Fragen, nicht wir.
In mancher Krankheit, in anderer Not im Tod geliebter  Menschen
lernen wir auf neue Weise
weiterzuleben und  neu zu werden,
essen, trinken, laufen, sprechen, trauern, abhängig sein.
Wie jung, alt oder weise wir innerlich sind, bleibt ein Geheimnis.
Tages- und Nachtordnungen in den Jahren
halten sich nicht an feste Lebensregeln,  sind nicht gesetzestreu
keine statistischen Erfüllungsgehilfen der Medizin.

Wer wie ich  80  Jahre alt wird,
muss sich selbst empirisch erheben,
sich anders wahrnehmen, mit sich selbst sprechen lernen.
Jahr für Jahr, manchmal von einem Tag auf den anderen,
verändern sich die Herausforderungen.
Es wird nicht immer schwerer, sondern vor allem anders.
Freundlicher werden im Umgang mit sich selbst,
die eigene Gerichtsbarkeit und Strenge überprüfen,
neue Schöffen suchen, die wissen, wen sie vor sich haben.
Manchmal gegen sich selbst streiken.,
aber auch gegen die, die nur das Beste für uns wollen.
Geduld üben,  Gebrechlichkeit konkret  leben lernen,
eigensinnig bleiben., ohne im  pubertären Alterstrotz unterzugehen.

Alles ist gut
heißt es in einem Text von Wolfgang Poeplau
zum Jahreswechsel 2018/19
„Wenn das Notwendige getan
und das Überflüssige verworfen,
wenn das Zuviel verschenkt
und das Zuwenig verschmerzt ist,
wenn alle Irrtümer aufgebraucht sind,
kann das Fest des Lebens beginnen“,
Ich fürchte,
dieses Fest des Lebens
wird meine Totenfeier sein.
Immerhin. Es wäre nicht zu spät
und eine letzte Blüte aus meinem Lebensgarten.
als  Trost für  Hinterbliebene.
So bleiben wir als Ahnen im Gespräch.

Glücksfall Alter?  Glücksfall Leben?
Zufall, Geschenk, Aufgabe, Pech, Arbeit, Liebe?
All das – und noch viel mehr!
Herausforderung, Zumutung, Erfüllung.
Wir werden nicht gefragt.
Atmen, essen, trinken, einen Unterschlupf finden,
sich wärmen, arbeiten und lieben,
Kontakte knüpfen, ausprobieren, denken, fühlen, handeln,
unterscheiden und entscheiden lernen,
Wie schon im zitierten Text gesagt:
die Irrtümer aufbrauchen,
Verwirrungen und  Verzweiflung  zulassen,
den Vertröstungen widerstehen
aber den Trost suchen.
Resonanzboden für die Schöpfung sein,
wie immer wir sie erklären.

„Am Ende der  Suche und  der Frage nach Gott
steht keine Antwort, sondern eine Umarmung“,
schreibt der Theologe Fulbert Steffensky.
An dieser Hand  kann ich gut gehen.
Das gilt auch für die Frage nach dem Sinn des Lebens,
für die  Suche nach dem, was im Lebenslauf wesentlich wird,
für die Erklärung, warum die Welt so ist, wie sie ist,
für die Hoffnung auf eine  unbekannte Zukunft, die  gelingen soll

Keines  meiner 80 Lebensjahre
hat sich der Suche nach Antworten auf die Frage,
wie  ein würdigendes und liebendes  Leben möglich wird
und warum die Verfolgung des Lebendigen
auf allen Ebenen menschlicher Existenz zunimmt, entzogen.
Jedes Lebensjahr hat mit Erfahrungen dazu beigetragen,
nach kreativen Lösungen für das zu suchen,
was mir in meinem konkreten Leben 
durch Krieg und  Flucht in der Kindheit,
später durch Lebenskrisen wie  Krankheiten und Trennungen
und heute  durch mein  Älterwerden und  betagt zu sein
zur  Herausforderung für meine Entwicklung wurde.
Immer wieder und oft auf schmerzliche Weise
hat mir mein Leben das mühsam erworbene  Wissen
und entsprechende  Gewissheiten um die Ohren gehauen,
mich enttäuscht,  geknebelt,
aber gleichzeitig bei nächster Gelegenheit
wieder  stolz gemacht auf das,
womit ich mich in  meinen Büchern und Vorträgen
der Öffentlichkeit gestellt habe.
Ich konnte nicht aufgeben! Und will heute nicht lassen,
was mich glücklich macht
 und  Jahr für Jahr herausfordert.

Loslassen muss ich üben. .
So  wie das  Einlassen zu üben ist,
täglich bis in die letzten Stunden.
Anfängergeist und Abschiedlichkeit
sind die geistigen Prinzipien,
die Anfang und Ende verbinden,
das Geborenwerden mit dem Sterben.
Fragen, suchen, antworten, schreiben, darüber sprechen
haben mich zu der gemacht,
die ich geworden bin und nicht bleiben werde.
Aber glücklich gemacht
haben mich jene  Umarmungen,
von denen  Fulbert Steffensky spricht.
Sie haben  die Verzweiflung über das eigene Ungenügen
erträglicher  gemacht und mich erkennen lassen,
dass trotz alle, was nicht gelungen ist, mein roter Lebensfaden zu einer Decke wurde, die mich wärmt und schützt..
Das Gefühl der Dankbarkeit ist die Hüterin des Alters.

Aus Erfahrung wird man klug, heißt es.
Sicher ist das nicht.
Ohne Neugier und Liebe zum Leben wird man nicht lebendig,
Das im Wechsel der Jahre  zu sein  und zu bleiben, ist nicht leicht.
Glaube, Liebe und Hoffnung
Barmherzigkeit, Demut und Dankbarkeit aber,
davon bin ich fest überzeugt,
sind die Säulen,
auf denen das Haus des Lebens steht,
mit Fenstern und Türen,
die uns durchlässig machen für das,
was  über uns hinausgeht und Sinn stiftet.
Keine dieser Säulen ist selbstverständlich, keine einfach da.
Das Haus des Lebens muss von jedem von uns gebaut werden.
Es hat Fenster und Türen, aber der Raum dazwischen
macht des Hauses Bewohnbarkeit.

Dass das  möglich ist und die Schöpfungsgeschichte erzählt
davon zeugen Menschen seit sie auf Erden sind..
Im Sonnengesang von Franz von Asssisi sind die Helfer genannt
Das allein ist jedes Jahr  eine Feier zum Jahreswechsel wert.
Der letzte Tag des alten Jahres
gibt den Stab an den ersten Tag des neuen Jahres weiter.

Unaufhaltsam und beharrlich
nimmt das Leben im Augenblick der Zeugung Fahrt auf.
Solange wir atmen, weicht es nicht von unserer Seite
und wer Sterbende begleitet weiß ,
wie hartnäckig der Kampf zwischen Leben und Tod sein kann.
Körper, Geist und Seele sind  Weisen aus dem Morgenland,
die die Geburt Jesu bewundernd  begleiten
und wie die Hirten dem Stern folgen., der Ankunft verspricht
Ihre Geschenke, ihr Reichtum, ihre Potentiale
machen uns möglich.
Bis es nicht mehr schlägt, bleibt das Herz  pausenlos im Einsatz.
Auch in der Demenz versucht der Geist auf seine Weise mitzumachen.
Die Seele beseelt unser Leben vom ersten bis zum letzten Atemzug.
Leben hat nichts versprochen.
Zum Jahreswechsel schicken wir unsere Wünsche
fürs  nächste Jahr in den Nachthimmel .
Rund um die Welt ähnliche Rituale.
Voller Hintergründe, guten und bösen Überraschungen,
jenseits von Gewissheiten und diesseits unendlicher Möglichkeiten
schleust Leben unverzagt  Jahr für Jahr
die bisherige Vergangenheit der gelebten Jahre
durch die Alltagwelten unserer Gegenwart
und hofft auf verbleibende Zukunft.
Leben vertraut uns im Wechsel der Jahre
Vertraut uns seine Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Monate an.
Fordert und fördert Unternehmergeist,
Kraft zur Erneuerung und Mut zum Aufbruch
Ergebenheit und Widerstand,
Liebe, die zu  lebendige Praxis werden muss,
einen Glauben, der  wenn möglich Berge versetzt,
aber der Schwäche  nicht einfach die Tür weist.
Geben und Nehmen für Höhe- und Tiefpunkte im nächsten Jahr
sind gefragt.
Werke der Barmherzigkeit sind  nötig
für jeden von uns und all die anderen rund um den Erdball,
die mit uns pilgern.
Möge die Übung gelingen.
In diesem Sinne:: Ein frohes neues Jahr!
Und nicht vergessen:

Froh zu sein bedarf es wenig,  denn wer froh ist, ist ein König.

Abschied leben lernen: Gedenken und Erinnerung

Rede zum Totensonntag in der Kulturkirche Stephani in Bremen

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Festakt aus Anlass der Verleihung der Bremischen Ehrenmedaille in Gold
an Dr. Henning Scherf, Bürgermeister a.D.
Dienstag 6. November 2018, 19 Uhr im Rathaus zu Bremen
Laudatio: Prof. Dr. Annelie Keil

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Interview mit Annelie Keil auf dem Kongress der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr (biokrebs -Heidelberg)
am 27. Oktober 2017 zum Thema

Der Mensch ist mehr als sein Befund

Annelie Keil mit einer ständigen Rubrik "Quer Gedacht" im Magazin "Zeitlos"

Bremer Woche der Palliativmedizin vom 2.-8.9.2018
Moderation des Bürgerforums: Prof. Dr. Annelie Keil

Einer trage des Anderen Last“
Für eine Kultur der Menschlichkeit, des Mitgefühls und
der Solidarität am Lebensende

Alles Leben ist verletzbar und endlich, auf andere Menschen angewiesen und von Abschieden umstellt. Wir möchten mit diesem Bürgerforum während des Kongresses für Palliativmedizin Mut machen, sich darauf zu besinnen und gemeinsam zu fragen, wie es um die Sorgekunst für das Lebensende in Bremen steht. Was ist zu tun, was zu bedenken? Reicht das professionelle Angebot, die Phantasie, der gegenseitige Respekt und vor allem die persönliche menschliche Zuwendung. Wenn wir Ängste und Sorgen gemeinsam annehmen und ins öffentliche Bewusstsein rücken,  gemeinsam nach individuellen wie gesellschaftlichen Lösungen suchen, bleibt niemand ausgeschlossen – und nur so kann es gelingen, das Lebensende mit all seinen medizinischen, psychosozialen, spirituellen  und ökonomischen Herausforderungen mitten im Leben in den Blick zu nehmen und in unsere Mitte zurückzuhole

Annelie Keil in der Talkrunde  " Nachtcafe " SWR am 27. Juli 2018

Sommergruß 2018

Wollen und Hoffen

Im März 1931 beendete Albert Schweitzer sein autobiografisches Werk „ Aus meinem Leben und Denken“ mit Zeilen, die für mich auf  ihre  besondere Weise wie eine Beschreibung der Gegenwart anmuten, eben für das, was ich beobachte und wahrnehme und oft daran verzweifele. Albert Schweitzer ist für mich seit Kindertagen ein innerer Gesprächspartner. So gerne würde ich mit ihm  über die folgenden Gedanken reden, nachdenken, mich stärken lassen. Ich bin gerade auf dem Weg in eine Zeit des Schweigens in einem Kloster und nehme sein „ Wollen und Hoffen“  stattdessen in die gewählte Einsamkeit mit. Für die, die auf  den Seiten meiner Homepage von Zeit zu Zeit lesen, soll es  Sommergruß  und Ermutigung sein.

„Auf die Frage, ob ich pessimistisch oder optimistisch sei, antworte ich, dass mein Erkennen pessimistisch und mein Wollen und Hoffen optimistisch ist.
Pessimistisch bin ich darin, dass ich das nach unseren Begriffen Sinnlose des Weltgeschehens in seiner ganzen Schwere erlebe. Nur in ganz seltenen Augenblicken bin ich meines Daseins wirklich froh geworden. Ich konnte nicht anders, als alles Weh, das ich um mich herum sah, dauernd miterleben, nicht nur das der Menschen, sondern auch das der Kreatur…
So sehr mich das Problem des Elends in der Welt beschäftigte, so verlor ich mich doch nie in Grübeln darüber, sondern hielt mich an den Gedanken, dass es jedem von uns verliehen sei, etwas von diesem Elend zum Aufhören zu bringen…
Auch in der Beurteilung der Lage, in der sich die Menschheit zurzeit befindet, bin ich pessimistisch. Ich vermag mir nicht einzureden, dass es weniger schlimm mit ihr steht, als es den Anschein hat, sondern bin mir bewusst, dass wir uns auf einem Wege befinden, der uns, wenn wir ihn weiter begehen, in eine neue Art von Mittelalter hineinführen wird…Dennoch bleibe ich optimistisch. Als unverlierbaren Kinderglauben habe ich mir den an die Wahrheit bewahrt. Ich bin der Zuversicht, dass der aus der Wahrheit kommende Geist stärker ist als die Macht der Verhältnisse. Meiner Ansicht nach gibt es kein anderes Schicksal der Menschheit als dasjenige, das sie sich durch ihre Gesinnung selber bereitet. Darum glaube ich nicht, dass sie den Weg des Niedergangs bis zum Ende gehen muss.
Finden sich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen und als Persönlichkeiten lauter und tief genug sind, dass die Ideale ethischen Fortschritts als Kraft von ihnen ausgehen können, so hebt ein Wirken des Geistes an, das vermögend ist, eine neue Gesinnung in der Menschheit hervorzubringen.
Weil ich auf die Kraft der Wahrheit und des Geistes vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit. Ethische Welt- und Lebensbejahung enthält optimistisches Wollen und Hoffen unverlierbar in sich. Darum fürchtet sie sich nicht davor, die trübe Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist.“

(aus: Albert Schweitzer Rundbrief Nr. 110, Deutscher Hilfsverein für das Albert- Schweitzer-Spital in Lambarene e.V. Frankfurt; Deutsches Albert Schweitzer Zentrum, Frankfurt, Wolfgangstraße 109, 60322 Frankfurt

Verblühtes, das uns erinnert Wollen u Hoffen

Weser-Kurier 7.5.2018

Interview

'Der Mensch ist mehr als sein Befund'

Die Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil über den Zustand der deutschen Psychiatrie

Die Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil fordert eine transparente öffentliche Diskussion über die Lage der Psychiatrie in Deutschland.

Frau Keil, im „Cinema“ in Bremen ist gerade der Film „Eleanor & Colette“ angelaufen. Er handelt von einer Schizophrenen, die über die Dosierung ihrer Medikamente selbst entscheiden will und deshalb vor Gericht zieht. Die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit. Halten Sie den verfilmten Fall für typisch?

Annelie Keil: Dass sich ein Patient auf diese Weise sein Recht erstreitet und in einer Anwältin solche Unterstützung findet, ist sehr ungewöhnlich. Die Situation, in der die Kranke sich befand, nicht. In dem Moment, in dem eine psychische Krankheit diagnostiziert und aktenkundig wird, wird der Kranke Objekt eines Hilfs- und Behandlungssystems. Die Krankheit kommt in professionelle Hände, die Profis entscheiden, was nach ihrem erlernten Wissen und Gewissen zu tun und zu lassen ist. Ein Patient in verwirrtem seelischen Zustand kann sich damit noch weniger kritisch auseinandersetzen als ein körperlich erkrankter oder gesunder Mensch. Außerdem ist fast die gesamte Forschung von der Pharmaindustrie diktiert und damit auf die Behandlung durch Medikamente wie Neuroleptika fokussiert. Viele von ihnen haben – wie im Film geschildert – starke Nebenwirkungen. Es muss aber möglich sein, dass Patienten mit ihren Ärzten zusammen entscheiden, ob, wann und unter welchen Umständen und Folgen sie diese Behandlung in Kauf nehmen wollen.

Wenn sie dazu überhaupt befähigt werden. Bis heute werden psychiatrische Patienten ruhiggestellt, mitunter fixiert, unwürdigen Methoden ausgesetzt. Sie – und andere Gesundheitsexperten – stellen fest, dass es auf diese Weise zu massiven Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie kommt.

Das ist so, weltweit, bewusst und unbewusst. Zivilisationsgesellschaften, die auf Rationalität setzen, haben Schwierigkeiten mit allem umzugehen, was sich nicht in ihr Raster von Normalität und Anpassung fügt. Die erste Reaktion ist, diese Menschen, wie man so sagt, aus dem Verkehr zu ziehen. Erst in den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelte sich die Antipsychiatrie-Bewegung. Ihr ging es um die Auflösung der großen Anstalten, um die Aufarbeitung der Folgen des Faschismus für Behinderte und seelisch Kranke, um Skepsis gegenüber Medikationen und um die Einführung therapeutischer Methoden. Aber die Psychiatrie hat zwei Aufgaben: Die eine ist, so zu handeln, dass man die erkrankten Menschen überhaupt behandeln kann und wirklich als Patienten wahrnimmt. Dazu können notfalls Medikamente und stationäre Aufnahmen unumgänglich sein. Die andere Aufgabe ist, sie angemessen und würdig zu behandeln.

Offenbar ist es nicht einfach, aus diesem System herauszukommen, wenn man einmal hineingeraten ist. Es kann zu Wechselwirkungen kommen: Der Patient bekommt dämpfende und beruhigende Medikamente, damit es ihm besser geht, sie verhindern aber schlimmstenfalls auch, dass er sich mit der Medikation und seiner Lage auseinandersetzt.

Das stimmt. Dabei zeigt der Film „Eleanor & Colette“ auch etwas, was oft übersehen wird: Der Mensch ist mehr als sein Befund. Wenn man krank ist, ist man nie ganz krank. Man darf den Patienten nicht unterstellen, dass sie nichts mehr mitbekommen, dass sie nicht merken, wenn ihnen keiner zuhört, dass sie nicht merken, wenn sie angeschrien oder beleidigt werden, dass sie nicht merken, wenn man sie behandelt wie Kleinkinder. Es reicht nicht über die Würde des Menschen zu reden, wenn man nicht weiß, was es heißt, andere zu würdigen. Interessanterweise führen wir über die Demenz-Patienten momentan im Grunde die gleiche Debatte, doch dort sind wir schon weiter, weil das Thema in den letzten Jahren sehr viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Wir kümmern uns mehr, nehmen öffentlich Anteil und ahnen, dass es uns selbst auch treffen kann. Es gibt für Demente hervorragende Pflege- und Wohnprojekte. Die Familien sind näher dran. Bei Psychiatriepatienten gibt es eine enorme Lücke zwischen den beiden Polen Anstaltseinweisung und Wegsperren und Sich-selbst-überlassen-bleiben. Es gibt ein paar vorbildliche Modellprojekte, vor allem für die Erstbehandlung junger Menschen, aber viele sind immer finanziell gefährdet.

Woran liegt das?

Diese Gesellschaft tendiert dazu, Menschen, die gewissermaßen nicht der Norm entsprechen und vielleicht auch nicht beherrschbar sind, aus ihrem Gesichtsfeld zu entfernen, um sich nicht mit ihnen auseinandersetzen zu müssen. Es gibt keine große Lobby für diese Menschen.

Sieht es in Bremen besser aus als anderswo? Das Land war in den 1980er-Jahren ein Vorreiter in der Psychiatriereform und löste die Anstalt Blankenburg auf.

Nein, leider nicht, zumindest ist zu viel auf der Strecke geblieben, und das ist nicht nur das Versagen der Krankenanstalten. Erst vor zwei, drei Wochen hat die Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie scharf und, wie ich glaube, zu Recht kritisiert, dass Bremen über befristete Modellprojekte nicht hinauskomme und das Klinikum Bremen-Ost von einer reformierten Psychiatrie weit entfernt sei. Diese Herausforderung aber geht auch an die Politik und uns, die Bürgergesellschaft, die mitverantwortlich ist.

Glauben Sie, dass der Film helfen kann, etwas zu ändern oder anzustoßen?

Das lässt sich schwer sagen. In Bayern gibt es einen stark kritisierten Entwurf für ein neues Psychiatriegesetz. Bei den Reformen geht es vor allem um Gefahrenabwehr und das Sammeln von Daten. Das ist ein großer Rückschritt. Wir brauchen ganz dringend eine transparente öffentliche Diskussion über die Lage der Psychiatrie und ihrer Patienten in Deutschland. Der Film kann nur Wirkung entfalten, wenn sich  jeder Zuschauer anschließend vor den Spiegel stellt und fragt, ob er es mit einem solchen Kranken zumindest zeitweise aushalten kann, ob er wie die Anwältin oder der Arzt im Film große Risiken eingeht, um der Patientin zu helfen. Wer sich darauf zurückzieht, dass er selbst nicht betroffen ist, hat nicht verstanden, dass wir alle Teil eines Systems sind, dass die Verrückten, die Alten, die Schwachen und Unangenehmen in die Ecke schiebt.

Das Gespräch führte Silke Hellwig.

Annelie Keil Preisträgern in Berlin

Berlin, den 20.3.2018
Carola Gold-Preis 2018 geht an Prof. Annelie Keil und Prof. Gerhard Trabert
Im Rahmen des Kongresses Armut und Gesundheit 2018 wurde am 20. März zum sechsten Mal der Carola Gold-Preis für gesundheitliche Chancengleichheit verliehen. Er schafft öffentliche Aufmerksamkeit für die Belange von Menschen in schwieriger sozialer Lage. Personen, die sich in herausragender Weise für mehr gesundheitliche Chancengleichheit einsetzen, sollen damit geehrt werden.
Annelie Keil, geboren 1939, studierte Politik, Soziologie u. Pädagogik. 1971 wurde sie als Professorin an die Universität Bremen berufen. Sie war Gründungsmitglied des „Zentrum für Public Health“ und Mitbegründerin des wissenschaftlichen Weiterbildungsstudiums Palliative Care an der Universität Bremen. Ehrenamtlich engagierte sie sich in unterschiedlichsten psychosozialen und Bildungsprojekten im In- und Ausland wie Kinderschutzbund, Frauengesundheitszentren, diversen Selbsthilfegruppen, in der Arbeit mit geflüchteten Menschen. Bekannt ist Annelie Keil weit über Bremen hinaus durch umfangreiche Vortragstätigkeit, Radio- und Fernsehsendungen und als Buchautorin.
Gerhard Trabert, geboren 1956, ist Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden, Mitinitiator des Kongresses Armut und Gesundheit und Vorsitzender des Vereins “Armut und Gesundheit in Deutschland e. V.“. Seit 20 Jahren bietet er wohnungslosen Menschen in seinem Arztmobil kostenlose medizinische Versorgung an. Im Jahr 2013 gründete er die „Ambulanz ohne Grenzen“, bei der auch nicht wohnungslose Menschen ohne Krankenversicherungsschutz und Flüchtlinge medizinische Beratung und Hilfe erhalten können. Wenn er nicht in Deutschland arbeitet, begleitet er Hilfseinsätze in Krisenregionen, zuletzt u.a.  in Syrien (2017-2018) und mit der Sea Watch in Italien (2015).

Die Verleihung des Carola Gold-Preises ist eine Aktivität von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. und den Mitgliedern des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit. Er wird unterstützt von den Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie dem AWO-Bundesverband.
Carola Gold, die im April 2012 verstorben ist, hat sich als Geschäftsführerin von Gesundheit Berlin-Brandenburg und Leiterin der Geschäftsstelle des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit mit besonderer Hingabe für eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Menschen in schwieriger sozialer Lage eingesetzt.

Gesundheit Berlin-Brandenburg/Foto: André Wagenzik.

Mühlacker Tageblatt 03.03.2018

Annelie Keil präsentiert im Haus im Park ihr neues Buch mit einem Vortrag

Am Montag, 5. März stellt die Bremer Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil um 17 Uhr im Haus im Park am Klinikum Bremen-Ost ihr im Herbst 2017 erschienenes Buch „Wenn das Leben um Hilfe ruft“ vor. In ihrem Vortrag ergreift sie offen und mutig für die Angehörigen schwerkranker Menschen Partei. Sie fordert: „Nehmt endlich die Angehörigen in den Blick“. Diese nämlich stehen oftmals mit enormen Belastungen ungefragt allein da, wenn Partner, Eltern oder Schwiegereltern schwer erkranken oder „Herr Alzheimer in die Beziehung einzieht und man plötzlich geheimnisvoll zu dritt ist.“ Annelie Keil gibt ihnen eine Stimme und greift dabei auch hochaktuelle Fragen nach der Situation der Pflege in Deutschland auf. Der Eintritt kostet 5 Euro.
Alle Informationen zu unseren Angeboten finden Sie auf unserer
Homepage: www.kulturambulanz.de

 

Für Rückfragen:
Stefanie Beckröge
Unternehmenskommunikation
Gesundheit Nord – Klinikverbund Bremen
Stefanie.beckroege@gesundheitnord.de

Sonntag, den 25. Februar 2018, 11.00 Uhr, Bremen

Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil liest im Bremer Ratskeller

„Wenn das Leben UNS um Hilfe ruft und konkret zu Angehörigen macht!“ – Leben ist zum Lachen und zum Weinen

Annelie Keil im Bürgerrundfunk Radio Weser am:

17. Dezember 2012 von 17-18 Uhr

"Wer leben will, muss älter werden"- Vortrag vom 9.10. 2017 im Haus im Park ( Kulturambulanz Bremen)
anlässlich der Woche der seelischen Gesundheit Bremen

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Nun ist es da!
Das neue Buch macht sich auf die Reise zu seinen Leserinnen und Lesern! Gute Fahrt!




Ich freue mich sehr  über die guten Wünsche, die mir Prof. Dr. Andreas Kruse, Dr. Eckart von Hirschhausen
und Franz Müntefering als Vorsitzender der BAGSO mit auf den Weg gegeben haben. In einem Interview
versuche ich zusammenzufassen, worum es mir geht und im Prinzip gibt es niemanden, der nicht Angehöriger ist
und jetzt oder irgendwann zu denen zählt, die helfen oder Hilfe brauchen, pflegen oder gepflegt werden! 

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Abschied leben lernen.

Kristina Steenbock 17.04.1954 - 14.10.2017

Abschied leben lernen: von Freundinnen und Weggefährten, mit denen wir wichtige Erfahrungen teilen konnten.
Mit dem Älterwerden wird die Welt der gelebten Beziehungen kleiner und die Erinnerungen tiefer beim Blick auf das eigene Leben.
Kristinas politisch engagierte Arbeit im Rahmen von Greenpeace und anderen Organisationen und ihr Engagement für eine menschenfreundliche Welt war der Faden, der uns verband. Die Trauerrede für sie versucht dem großen Schmerz des  Abschieds einen Rahmen zu geben

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Der Monat August in Bremen ist das Musikfest " Eine große Nachtmusik". Das Orchestra de Cadaques aus Barcelona war angereist. Zwei Tage nach dem Attentat in ihrer Heimatstadt gaben sie zusammen mit der Pianistin K. Buniatishvili aus Georgien ein beeindruckendes Konzert und die Ovationen vorher und nachher galten auch der Friedensbotschaft, die die Musiker mitbrachten.
Mein Freund Florian hat dieses Bild vom erleuchteten Bremer Marktplatz gemacht.

Annelie Keil eröffnet Ausstellung in der Bremer Bürgerschaft
Am 16. Ausgust um 18 Uhr

 

Am Samstag, den 22. April, um 23.05 Uhr im Deutschlandfunk

Eine Lange Nacht über Krankheit, Heilung und Gesundheit.

Befund und Befindlichkeit

Weltweit steigt die Zahl der therapieresistenten chronischen Krankheiten. Immer mehr Patienten wenden sich komplementären Heilverfahren zu. Sind Körper und Seele feiner verwoben als die Schulmedizin annimmt?

Von Burkhard Reinartz

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29.01.2017
Landkreis Hameln-Pyrmont: Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen:

Die Soziologin und Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Annelie Keil war zu Gast in Hameln.

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Zweitausendsiebzehn!
Zum Neuen Jahr wünsche ich uns allen Mut, Zuversicht und jene Liebe zum Leben, die es braucht, um immer wieder neu auf brüchigem Boden Land zu gewinnen.

„ Dass wir miteinander sprechen können, macht uns zu Menschen“,

hat der Philosoph Karl Jaspers einst geschrieben.

Dass diese Fähigkeit und Kraft verloren gehen könnte, fürchte ich im Angesicht der politischen und anderen würdelosen Pöbeleien, der Respektlosigkeit und Feindlichkeit im öffentlichen Dialog, die als Stimme des Volkes erscheinen soll.
Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen und uns einmischen,
das Streit- Gespräch besser lernen und den praktizierbaren Frieden suchen.

Stephan Wahl hat  wunderbare  Worte gefunden, um dieser  Hoffnung Ausdruck zu verleihen. 

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Volksstimme.de in Stendal  berichtet 
" Tod soll kein Tabu sein"

Foto: Jannah Fischer

Professorin Annelie Keil erklärte in einem Vortrag an der Stendaler Hochschule, warum Tod und Gebrechlichkeit kein Tabu sein sollte.

 

Die Woche vor der Präsidentenwahl in USA war ich in New York. Lange nicht habe ich die Stadt, die ich liebe, so zerrissen, so voller Scham über den Wahlkampf, so hilflos angesichts der Frage erlebt, warum es in diesem großen und vielseitigen Land letztlich nur zwei Menschen geben soll, die zu wählen vorgeschlagen werden, es aber für viele nicht sind. Stundenlang haben meine Freunde und deren Freunde die Frage diskutiert,  ob nicht nur in Amerika, sondern weltweit und auch in Europa
mit dem, was  als "Populismus" , "Aufstand der Wutbürger" , "Rechtsruck" und mehr bezeichnet wird, sich schärfer eine Situation  abzeichnet, in der es nicht mehr ausreicht, alles schrecklich, empörend und unverständlich zu finden, sondern wir konkreter überlegen, was es bedeutet, den
Anfängen zu wehren und indem wir uns nicht nur schrecken lassen, sondern  Gesicht zeigen, nicht nur verbal für eine offene Gesellschaft eintreten, sondern uns konkreter und ideenreicher auf die Auseinandersetzung mit dem einlassen, was uns Angst macht.  Von den vielen Artikeln, die ich
gelesen habe, ist dies einer, der mir geholfen hat, den Blick hinter den Blick zu wagen.

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Abschied leben lernen- ganz konkret

Sie hat die Seite gewechselt und ich winke ihr nach

Dr. med. Mechthilde Kütemeyer ( 1938-2016)
Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie
Psychosomatik und Psychotherapie

Freundin und Lehrerin, Ärztin aus Leidenschaft, die mir im Umgang mit Menschen, die die Not einer Krankheit durchleben und auf  menschliche Nähe und Heilung hoffen, ein lebendiges Beispiel war ; eine Frau mit Widerspruchsgeist und  dem notwendigen Mut, aufzubegehren, sich für andere Menschen einzusetzen und eine, mit der zusammen ich über das Leben und Sterben reden, streiten, weinen und lachen konnte: sie ist gestorben, einfach nicht mehr da! Meine Welt ist wieder ärmer geworden. Ich weine um sie. (hier weiterlesen...)

 

Der Film " 'Friedland" von Frauke Sandig u.a. mit Annelie Keil auf dem
Filmvestival " Film ohne Grenzen" in Bad Saarow

Erschienen, ausgeliefert, im Buchhandel!

Spiegel Bestseller Liste 37/2016

Auf den Punkt gebracht...



Zum neuen, noch jungen  Buch passt die etwas ältere, nach wie vor aktuelle  DVD, die sichtbar macht, worum es gehen kann, wenn man die vielen kleinen, großen und schließlich auch den letzten Abschied schrittweise leben lernen will. Es lohnt es sich darüber nachzudenken, wovon und mit welchen Folgen wir uns  im eigenen Leben jeweils verabschiedet haben: von der Kindheit, der Erwerbsarbeit, von Angehörigen und Freunden,vom Zustand der Gesundheit, von Wohn- und Lebensorten, von Ideen, Projekten und vielen mehr.

Leben ist  Wandel und deshalb lebenslang von Abschieden wie auch vom Sterben in all seinen Variationen umstellt. Ein Mensch wird geboren und stirbt irgendwann. Eine Liebe entsteht und kann vergehen. Eine Idee wird geboren und stirbt auch. Die DVD stellt am Beispiel meiner eigenen Lebensreise dar, worum es letztlich in jedem Leben geht: über das Leben und das Sterben reden und die notwendigen Abschiede und Neuanfänge leben lernen.

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Annelie Keil  (zusammen mit Henning Scherf) als Gast in der

777. Sendung der NDR Talksshow

Die Wissenschaftlerin Annelie Keil, die von 1971 bis 2004 als Professorin an der Universität in Bremen lehrte und dort Dekanin war, macht den Menschen Mut zum Leben. Die 77-Jährige hat unzählige Lebenskrisen überstanden und hilft Menschen mit ihrem unerschütterlichen Lebenswillen bei der Sterbe- und Trauerbegleitung.  
Annelie Keil ist seit vielen Jahren ...    
Mit Henning Scherf (78) ist sie seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden, was nicht heißt, dass die beiden immer einer Meinung sind. Gemeinsam haben sie nun ein Buch geschrieben: "Das letzte Tabu. Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen". Darin beschreiben sie ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Tod und fordern eine gesellschaftliche Kursänderung.  
... freundschaftlich mit Henning Scherf verbunden    

Eröffnung der Ringvorlesung " Was hilft heilen?" am 1. Juni 2016
Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt

von links Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Prof. Dr. Annelie Keil, Prof. Dr. Tobias Esch, Dr. Ekkart von Hirschhausen


Gerade erschienen in der Zeitschrift "Oya"

"Wer lebt wird älter"

Gedanken zu einer unausweichlichen Aufgabe die mit der Geburt beginnt
Ausgabe vom Mai/Juni 2016 - 38

Annelie Keil im Gespräch bei Radio Bremen: Buten u. Binnen
am Samstag, 16.4.2016 , 19.30 Uhr
zum Thema der  Wochenserie
Umgang mit der Krankheit Kreb
s

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Osterholzer Kreisblatt 4.4.2016 Zischausgabe

   

Einweihung Friedland: Museum für Einwanderung

 

4,5 Millionen Menschen, Kriegsheimkehrer, Spätaussiedler und Asylsuchende – seit seiner Eröffnung 1945 ist der kleine Bahnhof in Friedland bei Göttingen ein Dreh- und Angelpunkt für Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat. Pro Tag kamen in Hochzeiten Tausende auf dem Bahnhof des Grenzdurchgangslagers bei Göttingen im Drei-Länder-Eck Niedersachsen, Thüringen und Hessen an – und auch heute noch leben im angrenzenden Lager Friedland etwa 1.000 Asylsuchende.

Bild: BR/Völker

 

Annelie Keil beispielsweise flüchtete 1947 nach Friedland aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Auf dem langen Weg, auf dem sie auch in russische Kriegsgefangenschaft geriet, war eine Stoffpuppe ihre ständige Begleiterin, ihr einziges Spielzeug.

Bild: BR/Völker

 

Das Mädchen war in einem Flüchtlingstreck unterwegs. Die anderen Flüchtlinge schickten die kleine Annelie - sie war damals acht Jahre alt - als Späher voraus, wenn sie in neue Dörfer kamen, wo sie nicht wussten, ob dort Freund oder Feind lagerte. Die Hoffnung war, dass sie als Kind schon nicht erschossen würde. Nach zwei Jahren Flucht kommt Annelie Keil im Grenzdurchgangslager Friedland an. Für Annelie Keil war das Ankommen in Friedland das Ende der Flucht, erstmals hatte sie wieder Normalität und einen sicheren Alltag. Sie bekam drei Mahlzeiten am Tag, konnte spielen, musste nicht mehr um ihr Leben fürchten. Krankenschwestern des Deutschen Roten Kreuzes kümmerten sich um sie und sprachen ihr Mut zu.

Bild: BR/Völker

"Für einen kleinen Moment tauchte in Friedland das Gefühl auf: So ist das, wenn man ein - in Anführungsstrichen - normales Kind ist."

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Osterholzer Kreisblatt, 23.02.2016

Weser Kurier 10.02.2016

Gemeinsames Suppenessen im Frauengesundheitszentrum fördert Integration

Gastmahl schafft gutes Klima

Foto: Petra Stubbe

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Annelie Keil
in der Sendung  "offen gesagt...Gespräche mit Doro Plutte"


Sonntag, den 29.November 201, NDR Fernsehen
in Zusammenarbeit mit der Ev. und Kath. Fernsehkkirche im NDR

Annelie Keil als Zeitzeugin in der folgenden Dokumentation über das Grenzdurchgangslager Friedland

- ein Film von Frauke Sandig

FRIEDLAND - Der Dokumentarfilm

Annelie Keil  in:  Radio  Bayern 2 Kultur:

Premiere des Films "Friedland" in "Hallo Niedersachsen"

"Mit einem Kind flieht es sich leichter"

Annelie Keil mit Abdel Aziz Al Husary, Süßigkeitsbäcker aus Damaskus, der mit seiner Familie aus Syrien geflohen ist und zu den Protagnisten der Filmdokumetation " Friedland " von Frauke Sandig (DW) gehört. Wie gern würde ich ihn an die Hand nehmen und nach einer Bäckerei / Konditorei in Berlin suchen, wo er sich mit seinem Sohn, der ebenfalls Bäckermeister ist, so gern eine neue Existenz aufbauen und Arbeit finden möchte.


Ausstrahlung DW 12. September und 19 September
Ausstrahlung NDR 21. September 23.15 Uhr
Ausstrahlung Phoenix  26.September 22.30
Veranstaltung in Friedland 15. September 18.00 Uhr
Veranstaltung in Berlin, 17. November Niedersächsische Landesvertretung 18.00 Uhr

Radio Bremen Fernsehen

Annelie Keil im Interview mit Volker Kölling in der Serie "Die Macht der Hormone"

Donnerstag, 16. Juli, Buten und Binnen

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Die Radiokirche bei N-Joy

Buchtipp: Annelie Keil

Der allgemeine Hang zur Selbstoptimierung und der Gedanke "Hauptsache gesund" ist für Autorin Annelie Keil eine überholte Wertvorstellung.

Annelie Keil im Gespräch mit Antje Kunstmann in der Zeitschrift " Brigitte" ( Ausgabe vom 29.4 - 12.5.2015)

Medizin- Interview
Wir sind immer gesund und krank zugleich

Zum Artikel.....

NDR - Info

Im Anfang war das Wort. Die Bibel

Susanne Richter und Klaus Böllert sprechen mit Prominenten und anderen interessanten Menschen über die Bibel.

Pastorin Susanne Richter sprach mit der Gesundheitswissenschaftlerin und Soziologin Annelie Keil über den Bibeltext Jesaja 49

Annelie Keil als Gast bei:

Menschen bei Meischberger - "Der Feind in meiner Brust – Risiko Herzinfarkt"

Dienstag 17.03, 22.45 in der ARD

Annelie Keil auf der Leipziger Buchmesse
Buchpräsentation 'Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt' auf der Leipziger Buchmesse 2015
Sachbuchforum der Leipziger Buchmesse

Pressestimmen zum Buch: Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt

In einem großen, alle Humanwissenschaften bemühenden Wurf, so etwas wie
die Krönung ihres Schaffens, zieht Keil den Bogen vom Fötus bis zum Ende des Lebens, um
ihr Verständnis von Krankheit zu fundieren (…) - Eine ganzheitliche Perspektive von "Leben" mit Tiefgang

weitere Rezensionen hier klicken.....

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Annelie Keil als Gast in der Talkshow 3 nach 9 mit ihrem neuen Buch

 

Prof. Dr. Annelie Keil - Soziologin

In Lebensfragen kennt sich die Bremer Soziologin Prof. Annelie Keil bestens aus. Aktuell hat sich die Gesundheitswissenschaftlerin mit dem Thema "Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt" beschäftigt.

3nach9 vom 27. Februar 2015

Moderatoren: Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo

Bremen setzt ein Zeichen!  Ein Friedenstunnel!
                                     Erster interreligiöser Tunnel

Charakterkopf

„Mensch im Mittelpunkt“
Annelie Keil über Lebenskompetenz, Humanität, Gesundheit und Alter

Neue Württembergische Zeitung - SÜDWEST PRESSE

Annelie Keil im Interview zum neuen Buch:
27. November 2014,
WDR 5 : Neugier genügt- Redezeit


Mittwoch,  den 10. September 2014, Bremen
Moodtour

 
     
 
     

Die MOOD TOUR ist Deutschlands erstes Aktionsprogramm auf Rädern, das 2014 zum zweiten Mal durch Deutschland rollt und einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leistet: in zwölf Etappen radeln 64 Depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen im Zeltbetrieb 7000 km durch die ganze Republik. Während dieser dreimonatigen Staffel-Fahrt finden in zahlreichen Städten Infostand- und Mitfahr-Aktionen statt, die direkten Kontakt zu Bürgern herstellen.

Die MOOD (engl. für Stimmung) TOUR möchte beides: Stimmung machen & Mut

 

Aus dem Eis zurück: Annelie Keil mit Viggo, dem Mann der Eisberge Mutterglück am Ende der Welt: das neue Team der Schlittenhunde
Das Eis ist immer in Bewegung und bewegt die Seele  

50. Gastmahl: "Annelie Keil zur Suppenkönigin gekrönt"

Annelie Keil zu Gast bei Meyer- Burckhardts Frauengeschichten (NDR)

Zu Gast bei „Meyer-Burckhardts Frauengeschichten“ ist Annelie Keil. Die Soziologin und Gesundheitswissenschaftlerin war vor 40 Jahren eine der ersten Professorinnen an der damals neu gegründeten Universität in Bremen. Bis heute widmet sie sich Themen, die vielen Menschen Angst machen: Lebenskrisen, Depressionen oder Fragen der Palliativ-Medizin. Sie ist in der Hospiz-Bewegung engagiert und versprüht Humor und Lebensfreude: Für Annelie Keil ist das kein Wiederspruch. Ihr Motto lautet: Ohne Liebe zum Leben können wir nicht leben!

Einander akzeptieren und schätzen lernen

Keines gleicht dem anderen, aber die Mehrgenerationenprojekte in den Häusern der
Bremer Heimstiftung haben eines gemein: Sie tun Alt und Jung gut! Dr. Henning
Scherf und Prof. Dr. Annelie Keil wissen warum und stehen dem Redaktionsteam der
Bremer Heimstiftung aktuell Rede und Antwort.

Frau Annelie Keil hält den Vortrag „Begleitung gehört zum Leben – als Herausforderung, als Bereicherung“

am Tag der Offenen Tür des Stiftungsdorfes Hollergrund der Bremer Heimstiftung am Samstag, den 22. März 2014, um 16.00 Uhr

Auftakt der Veranstaltungsreihe: „So vieles ist möglich – Begleitung im Alter“

Portraitfoto Julia Baier

" Ich bin eine Wissenschaftlerin, die
zu den Menschen geht und ihre Fragen
aufnimmt. Das beseelt mein Denken
und ermutigt mein Handeln."